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Die Qualifizierte elektronische Signatur (QES)

Felix Buchmüller

Felix Buchmüller

Gründer

Letztes Update: 23.07.2026
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Digitale Beschlüsse und Sitzungen sind Alltag – in Gremien, Aufsichtsräten und Gesellschafterkreisen. Sobald es um Unterschriften geht, stellt sich die Frage: Wann reicht eine digitale Stimmabgabe in der App – und wann brauchen Sie wirklich eine qualifizierte elektronische Signatur (QES)?

Die QES ist der gesetzliche Goldstandard unter den elektronischen Signaturen. Sie ist aber kein Allheilmittel: Viele Beschlüsse brauchen sie nicht. Andere kommen ohne sie nicht aus. Dieser Artikel ordnet ein, was eine QES leistet, wo ihre Grenzen liegen und wie sie sich in Resolvio zu den anderen Wegen verhält.

Schnellübersicht

  • Schriftform gefordert (Gesetz oder Satzung) → QES erforderlich. Optional 2FA beim Login für mehr Account-Sicherheit und Nachweiskraft.
  • Textform genügtElektronische Signatur genügt. 2FA und QES optional für mehr Account-Sicherheit bzw. Formwirkung und Beweiserleichterung.

→ Überblick über alle Signaturstufen und Resolvio-Wege: Favicon von resolvio.comDigitale Signaturen bei Beschlüssen

Was genau ist eine QES?

Die QES ist die höchste Stufe der elektronischen Signatur nach der eIDAS-Verordnung. Sie basiert auf:

  • einem qualifizierten Zertifikat, ausgestellt von einem staatlich anerkannten Vertrauensdiensteanbieter, und
  • einer qualifizierten Signaturerstellungseinheit (heute oft als Fernsignatur per Smartphone, früher typischerweise Signaturkarte).

Die Identität der Unterzeichnenden wird vorab geprüft – etwa per Video-Ident, Online-Ausweis oder ID Austria.

Juristische Wirkung

Rechtsgrundlage ist die eIDAS-Verordnung (EU) 910/2014. Eine QES hat dieselbe Rechtswirkung wie eine handschriftliche Unterschrift.

In Deutschland (und parallel in anderen EU-Staaten) ist sie damit die einzige digitale Signaturform, die die gesetzlich vorgeschriebene Schriftform ersetzen kann – etwa bei bestimmten Verträgen oder wenn die Satzung Schriftform verlangt. Prozessual genießen mit QES versehene elektronische Dokumente eine Beweiserleichterung (vgl. § 371a ZPO): Der Anschein der Echtheit lässt sich nur durch ernstliche Zweifel erschüttern.

Wann ist eine QES sinnvoll – und wann nicht?

Besonders empfehlenswert oder nötig, wenn:

  • rechtliche Formvorgaben Schriftform verlangen (Gesetz oder Satzung),
  • besondere Haftungs- oder Nachweispflichten bestehen,
  • grenzüberschreitende Parteien einheitlich auf höchstem Niveau signieren sollen,
  • intern bewusst auf maximale Formstrenge gesetzt wird.

Oft nicht nötig, wenn:

  • für den Beschluss die Textform ausreicht (das ist bei vielen digitalen Umlaufbeschlüssen der Regelfall),
  • Geschwindigkeit und geringe Reibung Vorrang haben und das Risikoprofil das zulässt.

Für viele Alltagsbeschlüsse ohne Schriftformerfordernis reicht die integrierte Abstimmungs- und Dokumentationsfunktion von Resolvio – inklusive handgeführter Signatur und optionaler 2FA beim Login (Account-Schutz, der die Nachweiskette stärkt, aber die QES nicht ersetzt).

Vor- und Nachteile der QES

Vorteile

  • Schriftformersatz und höchste gesetzliche Formwirkung
  • Starke Beweiserleichterung
  • Fernsignatur: praxistauglich per Smartphone, ohne klassische Lesegeräte
  • In Resolvio im selben Beschluss-Workflow nutzbar (kein paralleles PDF-Pingpong)

Nachteile

  • Einmalige Identifizierung beim Vertrauensdiensteanbieter
  • Etwas mehr Aufwand und ggf. Kosten gegenüber der reinen App-Signatur
  • Nicht jeder Beschluss „braucht“ dieses Niveau – Übererfüllung kostet Reibung

QES in Resolvio – einer von mehreren Wegen

In Resolvio können Sie die QES gremienweit aktivieren und Stimmabgaben bzw. Zeichnungen im Umlauf- oder Sitzungskontext qualifiziert signieren. Resolvio arbeitet mit gängigen Vertrauensdiensteanbietern zusammen.

Die Konfiguration gilt für das Gremium; parallel können Nutzer 2FA beim Login für mehr Account-Sicherheit nutzen:

  1. Handgeführte Resolvio-Signatur im Account – stark für Alltag und Textform (ohne gremienweite QES)
  2. 2FA beim Login – erhöht die Account-Sicherheit und damit die praktische Nachweiskraft („wer konnte überhaupt handeln?“), sitzt aber am Login, nicht als Dokumenten-Signaturstufe
  3. QES – gremienweit, wenn Formgesetz oder Risikoprofil es verlangen

So vermeiden Sie zwei Extreme: weder „QES immer und überall“ noch „eine einfache Klick-Zustimmung reicht für alles“.

Abgrenzung zu reinen Signatur-Tools

Eine QES allein macht aus einem PDF-Tool noch keinen rechtssicheren Beschlussprozess. Ohne Abstimmungs-Logik, Mehrheiten und Ergebnisfeststellung bleiben gesellschaftsrechtliche Risiken bestehen – auch wenn technisch „qualifiziert“ unterschrieben wurde.

Favicon von resolvio.comResolvio vs. DocuSign

Kurzfazit

Die QES ist das richtige Werkzeug, wenn Sie Schriftform oder maximale Formwirkung brauchen. Für viele Beschlüsse ist sie optional. Resolvio bildet beides ab – und konfiguriert die Signaturstufe gremienweit in einem gesellschaftsrechtlich gedachten Workflow.

Beschlüsse erstellen und elektronisch unterschreiben mit Resolvio

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Ein Artikel von

Felix Buchmüller
Felix Buchmüller

Gründer

Felix Buchmüller ist erfahrener Gründer. Bei Resolvio liegt sein persönlicher Schwerpunkt im UX/UI-Design.

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